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An der Entlarvung des (eigenen) Egos führt kein Weg vorbei

GLR | 22.5.2021

Dies in Ergänzung zum Beitrag Sufismus, Zen und Advaita. Und speziell bezogen auf angeblich an echter Selbsterkenntnis Interessierte, die sich wie Münchhausen mit einem von ihnen auf die eigene ungeklärte Situation bezogenen Advaita-Erklärungsmodell1 vor der Konfrontation mit Wahrheit zu drücken versuchen.

Die Entlarvung des (eigenen) Egos ist so ziemlich das Unangenehmste, was es gibt.2 Daher auch das Meiden eines Angebots wie diesem hier, das Sich-ins-Recht-Setzen der eigenen Sicht.

Zu postulieren, daß es kein Ich gibt und daß man das bereits erkannt habe, nützt nichts, wenn die Ich-Illusion weiter Wirkungen zeitigt und im Alltag die typischen und charakteristischen Erscheinungsformen manifestiert.3 Man kann sich dann natürlich einreden, "daß alles sowieso passiert, wie es passieren muß". Man kann sich immer, auf die eine oder auf die andere Weise, selbst etwas vormachen. Das tun ja so gut wie alle, und das fällt dann nicht weiter auf. Das Problem ist nur, daß nichts und niemand einen von den heimlichen Leiden erlöst, die man sich dann weiterhin selbst verursacht. Trotz und Eigensinn, fehlende Bereitschaft zur Hingabe, Sturheit und Selbstisolation haben ihren Preis.

1 Dies nur als eines von vielen Beispielen. Es gibt auch noch andere, in vielen Kontexten und mit vielen Ansätzen.

2 Paradoxerweise ist es aber auch das wohl Befreiendste und Erlösendste, was es gibt. Aber wie das alles zusammenhängt, soll hier nicht theoretisch ausgeführt werden. Es muß erlebt werden, um es zu verifizieren, und dazu ist eine entsprechende praktische Mitarbeit nötig. Andernfalls passiert die hier angesprochene Vorwegnahme "nur im Geiste", von der hier die Rede ist, und diese ist nichts anderes als der pure Selbstbetrug.

3 Die Mitmenschen merken so etwas bei anderen immer sehr schnell. Nur bei sich selbst nicht.

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